Mal wie­der voll­au­to­ma­tisch reich wer­den

Mal wieder vollautomatisch reich werden

Es geht wie­der los, die Online-Drü­cker sind unter­wegs und suchen neue Dumme für ihre Video­kurse und Online-Semi­nare. Die Markt­schreier des Inter­nets wer­den auch dies­mal wie­der genü­gend zah­lende Kund­schaft ein­sam­meln, die ihre Phra­sen vom voll­au­to­ma­ti­schen Reich­tum glaubt. Denn merke: Jede Minute wird auf die­ser Welt ein neuer Esel gebo­ren – abso­lut voll­au­to­ma­tisch. Auf genau diese Ziel­gruppe hat man es abge­se­hen.

 

Mar­ke­ting-Müll

Nur Esel glau­ben die­sen offen­kun­di­gen Mar­ke­ting-Müll. Kost­pro­ben gefäl­lig? Dann wol­len wir ein­mal zusam­men­fas­sen: Du benö­tigst kei­ner­lei Vor­kennt­nisse, um im Inter­net viel Geld zu machen. Ver­diene täg­lich viel Geld, ohne ein eige­nes Pro­dukt zu haben. Auf Auto­pi­lot Kun­den gene­rie­ren, die garan­tiert voll­au­to­ma­tisch immer wie­der für Umsatz sor­gen. 30.000 Euro im Monat auf Auto­pi­lot – und Du kannst das auch. Mit einem ein­zig­ar­ti­gen Kon­zept voll­au­to­ma­tisch Geld im Inter­net ver­die­nen. Du kannst das bewährte Erfolgs­kon­zept direkt dupli­zie­ren und sofort anwen­den – selbst­ver­ständ­lich ohne irgend­wel­che beson­de­ren Kennt­nisse.

Beson­ders auf­fäl­lig: Die Inter­net­sei­ten jener, die diese Erfolgs­kon­zepte an den Mann brin­gen wol­len, sind meist auf­fäl­lig beschei­den, was Form und Inhalt angeht. Aber egal, wer nur noch voll­au­to­ma­ti­sche 30.000 Euro monat­lich auf Auto­pi­lot im Auge hat, ach­tet schon nicht mehr auf den Con­tent einer Seite. Der ach­tet auf gar nichts mehr, der ver­plant schon die voll­au­to­ma­ti­schen Gewinne, nach­dem er den Video­kurs zum Erfolgs­kon­zept für güns­tige 499 oder 999 Euro gekauft hat. Und dann legt er ohne Rück­sicht auf Ver­luste los.

 

Guten Con­tent gibt es nicht auto­ma­tisch

Der geneigte Leser wird sich nun die Frage stel­len, was hat das alles mit der Tex­ter­stel­lung zu tun? Nun, immer dann, wenn eine neue Sau durchs Dorf getrie­ben wird, also ein neues Erfolgs­kon­zept ver­mark­tet wird, gibt es kurz danach einen stark erhöh­ten Con­tent-Bedarf. Jene, denen die Maul­werks­bur­schen erfolg­reich ein­re­den konn­ten, sie könn­ten voll­au­to­ma­tisch reich wer­den, wenn sie den ent­schei­den­den Video­kurs kau­fen, wer­den nun mit der Rea­li­tät kon­fron­tiert.

In die­ser Rea­li­tät benö­tigt man für jede Inter­net­seite, die ein Pro­dukt oder eine Dienst­leis­tung ver­trei­ben soll, nicht nur eine Idee, son­dern viel guten und ein­zig­ar­ti­gen Inhalt. Spä­tes­tens an die­ser Stelle mer­ken die ange­hen­den Mil­lio­näre, dass der Auto­pi­lot weder Inter­net­sei­ten erstellt, noch den not­wen­di­gen Con­tent lie­fert.

Aber halt, sollte sich der Reich­tum nicht ohne beson­dere Vor­kennt­nisse voll­au­to­ma­tisch ein­stel­len? Das wurde doch im Video­kurs so ver­spro­chen: Halte dich an das Erfolgs­kon­zept, und alles geht fast von selbst.
Die Wahr­heit ist natür­lich, dass das Erfolgs­kon­zept schon funk­tio­niert, aber nur für den, der die­ses Info­pro­dukt an mög­lichst viele Nar­ren ver­kau­fen kann.

Bei letz­te­ren stirbt bekannt­lich die Hoff­nung, dass es für sie viel­leicht doch klap­pen könnte, ganz zuletzt. Aber spä­tes­tens nach einem Jahr stellt sich für 95 Pro­zent die große Ernüch­te­rung ein.

 

Hoch­wer­tige Texte mög­lichst kos­ten­los

Bis dahin haben die ange­hen­den Mil­lio­näre aber viel ver­brannte Erde hin­ter­las­sen. Dazu gehört, dass es genau diese Kli­en­tel ist, die zwar für Ihre Pro­jekte hoch­wer­tige Texte for­dert, dafür aber mög­lichst gar nichts bis maxi­mal zwei Cent pro Wort zah­len möchte. Nach dem Motto: „Ich zahle nie mehr als ein Cent pro Wort!“ Selbst­ver­ständ­lich gehört hier das Ein­for­dern kos­ten­lo­ser „Pro­be­texte“ zum schlech­ten Ton.

Irgend­wie muss man ja den Preis für das im Video­kurs ent­hüllte exklu­sive Erfolgs­kon­zept wie­der her­ein­ho­len. Und schließ­lich ist das Tex­ten für ange­hende Mil­lio­näre, die selbst meist kaum rich­tig schrei­ben und spre­chen kön­nen, keine rich­tige Arbeit.

Wer selbst nichts oder nicht viel kann, will ande­ren für pro­fes­sio­nelle Arbeit in der Regel auch keine beson­dere Wert­schät­zung zuge­ste­hen. Es ist aber nun ein­mal so, dass Qua­li­tät in der Tex­ter­stel­lung ihren Preis hat. Und der bemisst sich nicht in Cent-Beträ­gen.

 

Wenn Nichts­kön­ner über Preise reden

Die Tex­ter­stel­lung ist eine ehr­li­che Arbeit, die viel Kön­nen und Sprach­ge­fühl vor­aus­setzt. Der Autor und Tex­ter ist in gewis­ser Weise ein Alles­kön­ner, denn er muss wis­sen, wor­über er schreibt. Das Schrei­ben ist kein rein mecha­ni­scher Vor­gang, son­dern setzt bei vie­len The­men ein pro­fun­des Wis­sen vor­aus. Das Schrei­ben funk­tio­niert eben nicht voll­au­to­ma­tisch und auf Auto­pi­lot.

Warum schreibe ich das alles? Weil mir zuneh­mend Nichts­kön­ner, die sich selbst für Mar­ke­ting-Exper­ten hal­ten, erzäh­len wol­len, was ein Text pro Wort kos­ten darf. Und dass das Schrei­ben ja keine rich­tige Arbeit sei. Sie wol­len nicht begrei­fen, dass Fließ­band­texte zum Dum­ping­preis letzt­lich kon­tra­pro­duk­tiv sind. Min­der­wer­tige Qua­li­tät ist für nichts ein gutes Aus­hän­ge­schild.

Wer wirk­lich Ahnung von sei­nem Geschäft hat, wird wis­sen, dass es ganz ent­schei­dend auf die Prä­sen­ta­tion eines Pro­dukts oder einer Dienst­leis­tung ankommt, wenn man damit Geld ver­die­nen will. Kein rich­ti­ger Kauf­mann würde auf die Idee kom­men, in sei­nem Schau­fens­ter hoch­wer­tige Pro­dukte in Bana­nen­kis­ten und Kar­tons zu prä­sen­tie­ren.

 

Voll­au­to­ma­ti­sche Bruch­lan­dung

Jedem Geschäfts­mann, der weiß, wie Ver­kau­fen geht, ist klar, dass ein guter Text im Inter­net Inter­esse wecken, über­zeu­gen und ver­kau­fen muss. Der min­der­wer­tige Fließ­band­text macht nichts ande­res, als eine Flä­che mit Buch­sta­ben aus­zu­fül­len. Aber die ange­hen­den Mil­lio­näre, die keine ande­ren Kennt­nisse als die aus ihrem Video­kurs haben, wird man kaum eines Bes­se­ren beleh­ren kön­nen. Sie müs­sen erst voll­au­to­ma­tisch und auf Auto­pi­lot auf die Nase fal­len. Und das wer­den sie mit Sicher­heit.

 

 
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